Philosophie der Kanzlei? Das Richtige für den Mandanten
Erlebnisbericht der Journalistin Karin Freislederer:
Hinter Zahlenkolonnen und Aktenbergen verborgen, trockene Paragraphen und Gesetze
wälzend – so stellt man sich gemeinhin die Lebenswelt des Steuerberaters
vor. Sitzt man jedoch Daniela Schmitt gegenüber, gerät dieses Bild
gewaltig ins Wanken. Die Steuerberaterin mit Sitz in Rüttenscheid mag so gar keine
Klischees erfüllen.
Kompetent und Lebensfreude ausstrahlend sitzt sie in ihrem hellen Büro
in der Rosastraße und antwortet spontan auf die Frage, warum sie denn Steuerberaterin geworden sei, mit „weil
ich neugierig bin.“ Neugierig nicht etwa auf Zahlen, sondern auf das,
was sich dahinter verbirgt – der Mensch. „Jeder Mandant hat seine
eigene Geschichte, seine Art Dinge zu regeln und auch zu wirtschaften“,
weiß sie aus Erfahrung, „ ... und wenn ich wissen will, was für
den Mandanten auch steuerlich das Beste ist, muss er mir von sich erzählen,
nur so kann ich ihn auch individuell beraten.“
Vertrauen ist die halbe Miete, lautet die Devise der Steuerberaterin, die sich
im Übrigen darüber freut, wenn ein Mandant nicht nur zur Beratung,
sondern auch einfach mal auf eine Tasse Kaffee im Büro vorbeischaut. Dabei
muss er allerdings Glück haben, sie anzutreffen, denn mit dem Laptop unterm
Arm ist sie häufig in den Betrieben vor Ort anzutreffen. „Vieles
ist einfacher direkt dort zu erledigen“, erläutert Daniela Schmitt,
„dann können fehlende Belege sofort beschafft oder Probleme umgehend
gelöst werden.“ Dabei lassen sich gegebenenfalls zudem Arbeitsabläufe
in der Buchhaltung optimieren, was letztlich zu Kosten und Arbeitsersparnis
führen kann. Finanz- und Lohnbuchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen
und -prüfung derselben, Vermögens- und Treuhandtätigkeiten umfassen
das Leistungsspektrum der Steuerberaterin.
Nicht zu vergessen die umfangreiche Beratung in Fragen der Unternehmensgestaltung,
Investitionsentscheidungen, Firmenübergabe oder -übernahme, Existenzgründung
sowie Aufbau und Festigung, der steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten und
vieles mehr. Auch die Planung von Erbschafts- und Schenkungssteuer sind Bestandteil
ihrer Tätigkeit. Darüber hinaus kann sich jeder Mandant Finanzbuchhaltungspakete
zusammenstellen, die seinen individuellen Bedürfnissen entsprechen.
Dass hinter dieser trockenen Aufzählung stets auch menschliche Schicksale
stehen, macht Daniela Schmitt immer wieder deutlich. Da ist der Handwerker,
der durch die Insolvenz eines Auftraggebers plötzlich ins Trudeln kommt,
und sein Sanierungskonzept mit Hilfe der Steuerberaterin bei den Banken durchboxt,
ebenso wie der Arbeitnehmer, der sich durch die Übernahme des Betriebes
in dem er bislang arbeite, plötzlich auf der anderen Seite des Schreibtisches
wieder findet. Und da ist auch die Schülerin, die sich mit einer guten
Idee selbstständig macht, sich beraten lässt und erleichtert aufatmet,
da sie hier kompetente Hilfe erhält.
„Es gefällt mir, wenn jemand die Initiative ergreift und sich schon
in jungen Jahren mit der Arbeitswelt auseinandersetzt“, so Daniela Schmitt
lachend. Berührungsängste etwas nicht zu verstehen braucht hier niemand
zu haben. Geduldig setzt sich Daniela Schmitt mit jedem Detail auseinander und
informiert ihre Mandanten in einem Rundschreiben darüber hinaus regelmäßig
über alles, was sich an der Steuerfront tut. „Lesen muss er das allerdings
schon und bei dem einen oder anderen Punkt einhaken, dass dies etwas sein könnte,
was ihn tangiert“, appelliert sie, „sonst kann ich auch nicht beratend
tätig werden.“ Der Wust an Steueränderungen ist in der Tat auch
für Steuerberater nicht mehr zu bewältigen „und wer behauptet,
alles zu wissen, dem unterstelle ich das Fehlen von Kompetenz“, so die
42-Jährige selbstbewusst. Um stets auf dem Laufenden zu sein, nimmt sie
daher regelmäßig an Fortbildungen der Akademie Steuern und Wirtschaft
Schermbeck teil, und, was fast noch wichtiger ist, an überregionalen Arbeitskreisen,
„wo man erfährt, was die Finanzverwaltung macht und mit Kollegen
aktuelle Fälle aus der Praxis diskutiert.“
Steuern, eine trockene Materie? Keineswegs also, wie Daniela Schmitt aufzeigt,
aber hin und wieder eine ganz schön frustrierende, wie sie ebenso einräumt.
„Was mich unglaublich ärgert sind Quertreiber“, so die Steuerberaterin,
„Leute, die nur auf ihr Recht pochen, ohne die menschliche Seite dabei
zu berücksichtigen.“ Man müsse das Recht nicht immer durchziehen,
appelliert sie und nennt ein Beispiel, „schließlich nützt es
keinem, wenn ein bislang jahrelang regelmäßig Steuern und Kredite
zahlender Mandant in die Insolvenz getrieben wird, wenn durch ein besonnenes
und gut durchdachtes Konzept eine Ratenzahlung möglich wäre.“
So viel berufliches und persönliches Engagement wie sie heute in die umfassende
Betreuung ihrer Mandanten steckt, investierte sie auch in ihre Ausbildung. „Ich
wollte eigentlich Finanzbeamtin werden“, erinnert sich Daniela Schmitt
schmunzelnd, „aber als ich mich beim Finanzamt vorstellte, lobte der verantwortliche
Beamte zwar meine sehr guten schulischen Leistungen, riet mir aber gleichzeitig
zunächst etwas anderes zu machen.“ Der Steuerberater, bei dem sie
schließlich ihre Ausbildung begann, verdankte diesem Rat eine vorbildliche
Auszubildende, die ihren Abschluss zur Steuerfachangestellten nur als Einstieg
sah und sich kontinuierlich ihrer Weiterbildung widmete, um zunächst den
Titel Bilanzbuchhalterin zu erwerben und dann die Steuerberaterprüfung
zu bestehen.